Mit der Beendigung der Wasserhaltung in stillgelegten Bergwerken beginnt der Grubenwasseranstieg, dessen Verlauf und hydrochemische Auswirkungen für die Bewältigung der nachbergbaulichen Herausforderungen von zentraler Bedeutung sind. Zugleich sind Informationen zu gefluteten Bergwerken oft dezentral, uneinheitlich oder nur in historischen Quellen und grafischen Darstellungen verfügbar.
Die Mine Water Map wurde als wissenschaftliche, GIS-basierte Fach- und Archivdatenbank entwickelt, um solche Informationen systematisch zusammenzuführen, zu harmonisieren und zugänglich zu machen. Erfasst werden unter anderem Standort- und Betriebsdaten, geologische und hydrogeologische Rahmenbedingungen, Stand des Grubenwasseranstiegs sowie deren Verläufe, hydrochemische Messwerte sowie bergbauhistorische Angaben. Ergänzende Materialien wie geologische Profile, Fotografien, Literaturquellen, Diagramme und Excel-Datensätze können den einzelnen Bergwerken direkt zugeordnet werden. Historische geologische Schnitte und veröffentlichte Grubenwasseranstiegskurven werden digitalisiert, fachlich vereinheitlicht und für weiterführende Auswertungen bereitgestellt.
Der Vortrag stellt Zielsetzung, methodisches Vorgehen und technischen Aufbau der Mine Water Map vor. Darüber hinaus werden der aktuelle Datenbestand von mehr als 11.800 europäischen Bergwerken, die Abgrenzung zu bestehenden Datenbanken sowie ausgewählte Anwendungsbeispiele erläutert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem kollaborativen Ansatz: Forschende, Fachleute und weitere Wissensträger können neue Daten, Korrekturen und Dokumente beitragen, die vor der Aufnahme fachlich geprüft werden.
Die Mine Water Map schafft damit eine erweiterbare und nachvollziehbare Datengrundlage für Forschung, Behörden und Praxis in den Bereichen Nachbergbau, Hydrogeologie, Grubenwassermanagement und Umweltbewertung.